Die intestinale Darmbarriere

...Keine Einbahn-straße

Ramona Pick (2017)

Die intestinale Barriere stellt ein komplexes System von physikalischen, chemischen und immunologisch wirksamen Komponenten dar. In Symbiose miteinander bilden diese eine selektive funktionelle Barriere, über die sie das intestinale Milieu von der luminalen Umwelt trennen.

Die Darmbarriere erstreckt sich über eine Oberfläche von 400 m2 und gewährleistet über das gesamte Areal einen protektiven Schutz gegen den Eintritt von pathogenen Mikroorganismen, Antigenen und Toxinen in die Lamina Propria. Die Darmwand ist aus vier Schichten aufgebaut, der Mukosa, der Submukosa, der Muskularis aus glatter Muskulatur und der Serosa.

Im Zuge der assimilierenden Funktion des Gastrointestinaltraktes erlaubt die Darmbarriere den Austausch von Molekülen zwischen dem Wirt und der Umwelt, sowie die Absorption von Nährstoffen aus der Nahrung. Gleichzeitig bietet sie einen Schutz gegen den Verlust von Wasser und Elektrolyten. Ungefähr 40 % des gesamten Energieumsatzes des Körpers werden für die Bewerkstelligung dieser vielfältigen Aufgaben benötigt.

Eine protektive Barrierefunktion wird über die Kommunikation der einzelnen Darmbarriere-Elemente gewährleistet. Diese Elemente umfassen Komponenten der intestinalen Mikrobiota, des Darmepithels, des Darmimmunsystems, sowie das enterische Nervensystem. Über den Austausch von Sekretionsprodukten schaffen sie eine funktionelle Einheit, die eine Abgrenzung des Darmlumens zum Körperinneren gewährleistet. Dieser Synergismus verdeutlicht die essentielle Bedeutung jedes einzelnen Elementes in der Aufrechterhaltung einer gesunden Darmbarriere.

Folgen einer gestörten Darmbarriere

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, sowie die sogenannten „Zivilisationskrankheiten“ stellen heutzutage eine immer größer werdende Problematik dar, dessen Entstehung in vielen Fällen auf eine gestörte Darmbarriere zurückzuführen ist. Eine Dysbiose intestinaler Mikroorganismen stellt in diesem Zusammenhang einen zentralen Faktor dar. Sie ist charakterisiert als „eine Veränderung der Zusammensetzung und der Dichte der Darmmikrobiota, im Vergleich zu gesunden Individuen“. Diese Pathologie, die über alle genannten Bereiche der Darmbarriere wirkt, ist mit zahlreichen Erkrankungen assoziiert, wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, infektiöse Diarrhöen, Allergien, Autoimmunerkrankungen, das Metabolische Syndrom und dessen Folgeerkrankungen, Funktionsstörungen des Zentralen Nervensystems, mit emotionalen Störungen, sowie kardiovaskuläre Erkrankungen, wie Artheriosklerose.

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